Altes Klöpperhaus
Große Freiheit im denkmalgeschützten Kontorhaus
  • Ort
    Hamburg
  • Objekt
    Revitalisierung eines Büro- und Handelsgebäudes
  • Bauherrin
    Art-Invest Real Estate
  • Entwurfsverfasser
    Caspar Schmitz-Morkramer
  • Projektsteuerung
    APM-Projektmanagement, Hamburg
  • TGA
    Petersen-Ingenieure, Düsseldorf
  • Tragwerksplanung
    Rohwer Ingenieure, Handewitt
  • Brandschutz
    IfB Schütte, Bremen
  • Bauphysik
    ISRW Dr.-Ing. Klapdor, Düsseldorf
  • Planungs- und Bauzeit
    2013–2016
  • Leistungsphasen
    1–5
  • Brutto-Grundfläche
    8.720 m²/1.360 m²
  • Fotos
    HGEsch
  • Dieses Projekt stammt aus der gemeinsamen Zeit von meyerschmitzmorkramer.

Das denkmalgeschützten Kontorhaus am Hamburger Rödlingsmarkt ist mit seiner repräsentativen Sandsteinfassade und dem üppigem Jugendstildekor ein wunderbares Beispiel für die Lust am Ausdruck von Geschäftsstolz und Traditionsbewusstsein. Gebaut wurde es 1904 von den Architekten Werner Lundt und Georg Kallmorgen für den Kaufmann Wilhelm Klöpper. Als die Art-Invest das Gebäude erwarb, war noch viel der originalen Substanz erhalten, doch die ursprünglich so modern und offen geplanten Geschosse waren über die Jahrzehnte kleinteilig verbaut worden. Unsere Aufgabe war es, das Alte Klöpperhaus so zu sanieren, dass es seine Geschichte auch als modernes Büro- und Geschäftshaus weitererzählt. Die offene Struktur der historischen Planung bot eine ideale Ausgangssituation für die Entwicklung zeitgemäßer Arbeitswelten.

Raum gewonnen

Im Rahmen der Revitalisierung haben wir die Gebäudehülle in enger Abstimmung mit der Denkmalbehörde saniert, das Erscheinungsbild orientiert sich am historischen Original. Der Obernkirchener Sandstein der Fassade am Rödlingsmarkt wurde gereinigt, die Fenster mit gedämmten Profilen in der ursprünglichen Aufteilung ausgetauscht. Den Haupteingang mit der in das erhöhte Erdgeschoss führenden Treppe haben wir wieder an seine ursprüngliche bündig mit der Fassade abschließende präsente Position verlegt. Mit einer gedämmten Dacheindeckung in Kupfer und Dachflächenfenstern wurde das ursprünglich nur als Archiv genutzte Dachgeschoss zur Büroetage. Neue großformatigen Atelierfenster ersetzen die Gauben im innenhofseitigen Dach in der 5. und 6. Etage, so dass die großzügigen Ebenen des alten Kontorhauses neue Licht- und Raumqualitäten gewinnen. Auch die vier weiteren, jeweils rund 1.000 Quadratmeter großen Büroetagen wurden vollständig entkernt, um die Qualitäten des bereits zur Bauzeit sehr modern gedachten Denkmals, mit offenen Grundrissen, Durchblicken in alle Richtungen und Deckenhöhen bis 4 Metern wieder freizulegen.

Zeitlos schön

Der Geist des Hauses ist in der zentralen Erschließung nun wieder sehr lebendig. Das in der Mittelachse liegende offene Treppenhaus wird über ein repräsentatives Entree vom Rödlingsmarkt betreten. Außergewöhnlich ist die räumliche Erweiterung der Vertikalerschließung mit einem großzügigen Lichthof. Dessen charakteristische Originalgestaltung mit senfgelben Fliesen und üppigem Jugendstildekor wurde von uns sorgsam restauriert. Mit dem neuen Glasdach über Lichthof und Treppenhaus haben wir eine Planung von 1913 wieder aufgenommen und viel Tageslicht in die Tiefe des Hauses geholt. Jede Büroetage hat Fenster zum Lichthof und einen Zugang zum Treppenhaus, so dass der Raum über die gesamte Höhe zu einer belebten Kommunikationsachse wird.

Projektteam